In den Hinterhöfen von Kilkenny

Nachts um zwei, kurz nachdem man aus der Whisky-Bar gegenüber mit einen „Take care!“ entlassen wurde, fällt der Blick auf kastanienbraune Wände.

Die Tagesdecke ist verschlissen, doch die Faltung akkurat.

Ein Fernseher, daneben ein kleines Fenster.

Ich wähle zweiteres und der Blick verfängt sich in einem schmucklosen Hinterhof.

Die alte Frau schläft unten, man hört ihren rasselnden Atem emporsteigen.

Mühsam führte sie mich am Nachmittag zum Stiegenzimmer hoch.

Off-Season, Rezession. Sie hatte an diesem Sonntag keine Gäste mehr erwartet.

Fast entschuldigend klang ihr „No Breakfast!“ und etwas zu schnell die Antwort, dass dies nicht nötig sei.

Ich werde nicht lange schlafen, nur etwas ruhen.

Ich mag die Unschuld im Morgengrauen.

Kaffee an einer Tankstelle und weiter zum nächsten Ort.

Und hinter dem Reiter sitzt die schwarze Sorge, sagt Horaz.

In den Hinterhöfen von Kilkenny gibt es keine Katzen, um die Ankunft erträglicher zu gestalten.

War der Eroberer je unglücklicher, als da, wo sich die terra incognita in vertrautes Land wandelte?

und heißt dann: schweigen und walten, wissend, daß sie zerfällt, …“

und während ich lautlos fortfahre, Gedicht an Gedicht zu reihen, steigt dieses Vordach mit mit vergilbten Zigarettenstummeln zu meinem Fenster empor; wird zur Gewissheit, zum Symbol.

Man denkt sich nicht alleine durch diese Welt; nachts um zwei in den Hinterhöfen von Killkenny.

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